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02/03/2015

90 Fahrräder für die Freiwilligen von IBUKA

90 Fahrräder für die Freiwilligen von IBUKA

IBUKA bedeutet erinnern. Die NGO wurde 1995 gegründet, um Genozid-Überlebende in Ruanda landesweit zu vertreten.

90 Fahrräder für die Freiwilligen von IBUKA

IBUKA bedeutet erinnern. Die NGO wurde 1995 gegründet, um Genozid-Überlebende in Ruanda landesweit zu vertreten. Heute agiert IBUKA als Dachverband für 15 Mitglieder.

IBUKA arbeitet in den drei Themenbereichen Genozid-Prävention, Gedenkkultur sowie Trauma- und Konfliktbearbeitung im ruandischen und internationalen Kontext. Dabei unterstützen Frweiwillige und Phsychologen Genozid-Überlebende durch klinische und psychologische Beratung; Überlebende bekommen kostenfreie Rechtsberatung, außerdem entsteht eine Gedenkstätte in Nyanza (Kigali) mit Berichten von Überlebenden.

Projekt zur Bearbeitung gesellschaftlicher Konflikte in den Distrikten Huye, Gisagara und Nyagururu

Ausgangssituation

In diesem Jahr jährt sich der Genozid von 1994 zum 20. Mal. Deutlich ist die Gesellschaft Ruandas von dessen Folgen geprägt. Täter und Opfer wohnen wieder in engster Nachbarschaft auf den Hügeln zusammen, wobei unbearbeitete Vergangenheit, zum Teil gewaltsam, aufbricht. Die hohe Traumatisierungsrate der Bevölkerung und diemangelnden Bearbeitungsmöglichkeiten vor allem auf Seiten der Täter tragen zu
Gewaltausbrüchen bei. Hierbei zeichnet sich eine Zunahme von geschlechterbasierter Gewalt ab, oftmals sind auch ungeklärte Landfragen Gegenstand von gesellschaftlichen Konflikten. Verschärfend wirkt sich aus, dass den betroffenen Parteien das Wissen oder der Zugang zu schlichtenden Instanzen fehlt.

 

APS (Animateur Psychosocial)

Das Konzept von freiwilligen Beratern ist in der Region der Großen Seen weit verbreitet. Die Freiwilligen, welche in den Dörfern wohnen und engen Zugang zur Bevölkerung haben, erhalten Trainings zu bestimmten Themen, welche sie befähigen ihrem Umfeld in Konfliktsituationen beratend zur Seite zu stehen. Die APS sind

untereinander vernetzt und

bekommen regelmäßige Betreuung.

IBUKA bietet eine kombinierte APS

 

Ausbildung für Methoden der Trauma- und zivilen Konfliktbearbeitung an.

 

Das Projekt

Ende 2012 wurde in Kooperation mit dem zivilen Friedensdienst das Projekt zur „Bearbeitung gesellschaftlicher Konflikte in der Südprovinz“ initiiert.

In diesem Rahmen wurden 90 APS in den Themen Trauma- und Konfliktbearbeitung ausgebildet die seitdem auf freiwilliger Basis die Gemeinschaft auf den Hügeln bei der friedlichen Bearbeitung von intrapersonellen (z.B. Trauma) und interpersonellen (z.B. zwischen mehreren Parteien) Konflikten unterstützten.

Dank dieses Projektes konnten über 2000 Fälle in Zusammenhang mit Trauma oder Konflikten behandelt werden. Dabei sind 39% der Fälle auf geschlechterbasierte Gewalt zurückzuführen, 19% behandeln Landkonflikte, 14% ökonomische Probleme und 23% behandeln konkrete Traumafälle. Häufig lassen sich die Ursachen der Konflikte und Trauma auf den Genozid von ´94 zurückführen. Neben dem Behandeln von privaten Fällen haben die APS weiterhin Gruppen etabliert, in denen sich Täter und Opfer begegnen, einander verzeihen um in Frieden in der Gemeinschaft weiterleben zu können. Vor allem während der schwierigen Genozidgedenkzeit sind die APS eine immense Stütze für die Bevölkerung auf den Hügeln. Sie begleiten traumatisierte Menschen durch die Gedenkzeit, führen therapeutische Gespräche und wenden praktische Entspannungsübungen an.

 

Die Geschichte von Francine und APS Judith

Francine ist 31 und Überlebende des Genozids. Sie ist mit einem Hutu verheiratet, dessen Onkel, welcher 15 Jahre im Gefängnis wegen seiner Teilnahme am Genozid verbracht hatte, keine Tutsi in seiner Familie akzeptieren wollte. Er drohte damit, sie umzubringen bis er sie eines Tages mit einer Machete jagte. Nur durch die mutige Intervention Ihres Mannes, der Schwiegermutter und einiger Nachbarn konnte eine Katastrophe verhindert werden. Seit diesem Tag litt Francine unter immensen Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Misstrauen und auch die Erinnerungen an ´94 ließen ihr keine Ruhe. Zusätzlich verschlechterte sich die Beziehung zu Ihrem Mann, der unter dem Einfluss seines Onkels stand. Gemeinsam wagte das Paar den Schritt zur Freiwilligen Judith, die als APS in der Gegend bekannt war. Da sich der Onkel nicht von seiner Ideologie abbringen ließ schaltete das Ehepaar mit Hilfe von Judith die Polizei ein, somit wurde eine einjährige Gefängnisstrafe verhängt. Während dieser Zeit betreute Judith Francine, ihren Ehemann und die gesamte Familie intensiv. Neues Vertrauen konnte aufgebaut werden, Francine erlernte Methoden zur Stress- und Traumabewältigung. Nach der Entlassung aus dem Gefängnis bat der Onkel um Verzeihung und dank Judiths Hilfe war Francine in der Lage diese Entschuldigung anzunehmen. Heute lebt sie glücklich mit Ihrem Mann.

 

Fahrräder für 90 Freiwillige

Um nachhaltig weiterarbeiten zu können muss vor allem der Transport zu den Klienten der APS, in den meisten Fällen mittellose Frauen, Bäuerinnen und Bauern gewährleistet werden. Häufig nehmen die freiwilligen Helfer, die selbst oft wenn überhaupt sher schlecht bezahlte Tätigkeiten ausüben, sehr weite Wege zu Fuß auf sich um den Menschen auf den Hügeln zu helfen. Vor allem im Jahre 20 nach dem Völkermord ist mit Zusammenbrüchen, Konflikten und Rückfällen zu rechnen, wobei die APS einen stützenden Pfeiler darstellen. Damit sie Ihren wichtigen Beitrag für Frieden und Versöhnung auf Gemeindeebene auch in Zukunft weiterhin erfolgreich leisten können unterstützt die Partnerschaft Rheinland-Pfalz / Ruanda das Projekt mit einem Fahrrad für jedem Freiwilligen – ein Wunsch, der aus den Reihen der APS an die Projektkoordination herangetragen wurde. Motivation und XY um erfolgreich weiter arbeiten zu können.

 

Unterstützen Sie im Rahmen des 20. Jahrestags des Völkermordes in Ruanda die Arbeit der APS. Ein Beitrag für nachhaltigen Frieden in der Region.

Bankverbindung: Rheinland-Pfalz Bank, BIC: SOLADEST600
Allgemeines Projektkonto: IBAN: DE93 6005 0101 7401 5021 93
mit dem Verwendungszweck „Fahrräder für IBUKA“

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KONTAKT

 

Verein Partnerschaft Rheinland-Pfalz / Ruanda

Schillerstraße 9

66116 Mainz

 

Michael Nieden

Leiter der Geschäftsstelle

Tel:06131 – 16 3356

Fax: 06131 – 16 3459

E-Mail: michael.nieden@isim.rlp.de

www.rlp-ruanda.de

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